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Ich sitzte dir gegenüber. Der tisch ist klein und rund. Am tischtuch liegen krümel, wahrscheinlich semmelkrümel. In meinem magen entsteht ein klumpen. Ich versuche so wenig wie nur möglich zu atmen, ein krümel könnte angesaugt durch meinen atem seinen weg in mich finden. Der kellner bringt mir meinen kaffee. Sein daumen liegt bedrohlich nah am tassenrand. Der löffel ist fleckig. Meine augen suchen nach krümeln auf der kaffeeoberfläche. Die krümel auf der tischdecke werden zum mittelpunkt meiner blicke. Du redest ununterbrochen. Ich nicke und versuche jede öffnung des mundes zu vermeiden. Deine hände liegen wie selbstverständlich auf dem schmutzigen tisch. Du trinkst genussvoll aus deiner tasse den verseuchten kaffee. Ich versuche den blick von den krümeln am tisch abzuwenden. Ich blicke auf den fleckigen löffel. Ohne zucker ist der kaffee zu bitter. Du greifst über den tisch. Deine hand berührt die krümel und einer heftet sich an deine haut. Du willst meine hand. Ich bin mir sicher, dass ich dir nicht ausweichen kann. Mühsam lege ich meine hand in deine und versuche dabei die hautstelle mit dem krümel nicht zu berühren. Dein mund bewegt sich und die worte verhallen irgendwo zwischen den krümeln und mir. Ich bekomme keine luft. Ich muss es wagen und einmal tiefer einatmen. Die angesammelte atemnot bahnt sich ihren weg. Ich muss meinen mund öffnen und atmen. Ich komme nicht mehr dazu die krümel am tisch zu zählen. Jetzt weiß ich nicht ob ich einen eingeatmet habe. Mein hals wird eng. Der klumpen in meinem magen pocht. Der krümel auf deiner haut ist noch da. Ich würde gerne trinken doch der bittere kaffee ist schon kalt. Du drückst meine hand und schüttelst sie ein wenig. Ich würde dir gerne in die augen blicken kann aber den blick nicht von deiner beschmutzten haut lassen. Du lässt mich los und wie zufällig nimmst du einen krümel zwischen zwei fingernägel und zerdrückst ihn. Du beginnst die krümel hin und her zu schieben. Mein herz beginnt stark zu schlagen und ich spüre wie sich schweiß unter meinen achseln zu bilden beginnt. Ein schweißtropfen rinnt meinen oberarm hinunter. Ich will dich anschreien die krümel zu lassen. ich verliere den überblick und weiß nicht mehr wie viele ich schon eingeatmet haben könnte. Mein blick rast über die tischdecke. Ich bin verseucht, schmutzig, innerlich verunreinigt. Alles ist egal. Ich nehme die tasse, leere zucker über den löffel und tauche ihn in den kalten kaffee. Ich führe die tasse zum mund und trinke sie in einem zug aus. Der kaffee rinnt in meinen verschmutzen hals und gesellt sich zu den krümeln. Du sagst du musst los und bis bald. An deiner wimper hängt ein krümel.
2.10.08 15:38
 


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